Microsoft Fabric IQ & Ontology einfach erklärt
Microsoft hat Fabric um eine neue Schicht erweitert: Fabric IQ. Im Mittelpunkt steht eine Ontology, also ein gemeinsames, maschinenlesbares Modell deiner Geschäftsbegriffe. Damit sollen Menschen, Power BI und KI-Agenten dieselbe Sprache sprechen, wenn es um Kunden, Aufträge, Anlagen oder Lieferungen geht.
Kurz gesagt: Fabric IQ ist eine Workload in Microsoft Fabric, die Daten aus OneLake mit Geschäftsbedeutung verknüpft. Die Ontology beschreibt Objekte (zum Beispiel „Maschine“ oder „Auftrag“), ihre Eigenschaften und Beziehungen. KI-Agenten und Analysen greifen auf dieses Modell zu, statt jede Tabelle selbst interpretieren zu müssen. Viele Teile sind derzeit noch in der Vorschau.
Was ist Fabric IQ?
Fabric IQ bündelt in Microsoft Fabric die Bausteine, die Daten verständlich machen:
- Ontology: das Modell deiner Geschäftsobjekte, ihrer Eigenschaften und Beziehungen.
- Semantische Modelle aus Power BI: vorhandene Kennzahlen und Definitionen lassen sich weiterverwenden.
- Graph: Beziehungen zwischen Objekten werden abfragbar, etwa „welche Aufträge hängen an dieser Maschine?“.
- Data Agents und Operations Agents: KI-Agenten, die auf diesem Wissen Fragen beantworten oder Abläufe überwachen.
Die Daten bleiben dabei in OneLake. Fabric IQ legt eine Bedeutungsschicht darüber, kopiert die Daten aber nicht in ein neues System.
Was ist eine Ontology und warum braucht man sie?
In fast jedem Unternehmen heißt dasselbe in jeder Abteilung anders. Der Vertrieb spricht vom „Kunden“, die Buchhaltung vom „Debitor“, die Produktion vom „Abnehmer“. Für Menschen ist das lösbar, für KI-Agenten nicht.
Eine Ontology legt einmal zentral fest:
- welche Objekte es gibt (Kunde, Produkt, Anlage, Auftrag),
- welche Eigenschaften sie haben (Status, Standort, Umsatz),
- wie sie zusammenhängen (ein Auftrag gehört zu einem Kunden und läuft auf einer Anlage),
- und aus welchen Tabellen in OneLake diese Informationen stammen.
Kurz gesagt: Die Ontology ist das gemeinsame Wörterbuch für Daten, Dashboards und KI.
Was bringt Fabric IQ in der Praxis?
- Verlässlichere KI-Antworten: Agenten arbeiten mit festgelegten Begriffen und Beziehungen, statt Spaltennamen zu raten.
- Einheitliche Kennzahlen: Was in Power BI definiert ist, gilt auch für Agenten und andere Analysen.
- Zusammenhänge statt Einzeltabellen: Fragen über mehrere Bereiche hinweg werden einfacher, zum Beispiel von der Anlage über den Auftrag bis zum Kunden.
- Regeln und Reaktionen: Zusammen mit Echtzeitdaten lassen sich Bedingungen definieren, auf die Agenten oder Workflows reagieren. Mehr dazu in unserem Artikel zu Fabric Ontology Rules.
Für wen lohnt sich Fabric IQ?
Fabric IQ ist vor allem interessant, wenn
- ihr Microsoft Fabric oder Power BI bereits einsetzt,
- Daten aus vielen Systemen (ERP, CRM, Produktion) zusammenkommen,
- KI-Agenten fachliche Fragen zuverlässig beantworten sollen,
- und es heute Streit darüber gibt, welche Zahl die richtige ist.
Steht ihr noch am Anfang, ist zuerst eine saubere Datenbasis in OneLake wichtiger. Die Ontology baut darauf auf.
Wie startest du mit Fabric IQ?
- Klein anfangen: einen Fachbereich mit klaren Fragen wählen, zum Beispiel Instandhaltung oder Auftragsabwicklung.
- Begriffe klären: gemeinsam mit dem Fachbereich die wichtigsten Objekte und Beziehungen festlegen.
- Mit Daten verbinden: die Objekte den vorhandenen Tabellen in OneLake zuordnen.
- Vorhandenes nutzen: bestehende semantische Modelle aus Power BI einbeziehen, statt alles neu zu definieren.
- Einen Agenten testen: prüfen, ob Antworten mit Ontology spürbar besser werden als ohne.
Weil Teile von Fabric IQ noch in der Vorschau sind, solltest du Funktionsumfang und Verfügbarkeit in deiner Region vor dem produktiven Einsatz prüfen.
Fabric IQ und Datenstrategie
Eine Ontology ist kein reines Technikthema. Sie zwingt dazu, Begriffe und Verantwortlichkeiten zu klären. Genau das ist der Kern einer guten Datenstrategie und einer sauberen Data Governance. Wer das ernst nimmt, schafft die Grundlage, damit KI-Agenten im Unternehmen wirklich nützlich werden.
Fazit
Fabric IQ macht aus Microsoft Fabric mehr als einen Datenspeicher mit Dashboards: Die Ontology gibt den Daten eine gemeinsame Bedeutung, auf die Menschen und KI-Agenten zugreifen. Der größte Nutzen entsteht, wenn du mit einem klar umrissenen Fachbereich startest und die Begriffe gemeinsam mit den Fachleuten festlegst.
Du willst wissen, ob Fabric IQ für euch schon sinnvoll ist? In unserer Microsoft Fabric Beratung prüfen wir das gemeinsam mit dir, oder du buchst direkt einen Termin.
