Wie Databricks SAP- und Salesforce-Daten für Echtzeit-Transparenz im Lieferantenmanagement vereint
In nahezu jedem größeren Unternehmen sind Lieferantendaten über unterschiedliche Systeme verstreut – von der Beschaffung und dem Supply Chain Management bis hin zu Finance und Analytics. Während im CRM-System wie Salesforce Lieferantenprofile, Ansprechpartner und Kontaktdaten gepflegt werden, steuert das ERP-System SAP S/4HANA Rechnungen, Zahlungen und Buchungen. Diese Insellösungen erschweren eine ganzheitliche Sicht auf Lieferantenbeziehungen, führen zu doppelten Datensätzen und verlangsamen Abstimmungen und Entscheidungsprozesse. Dabei liegen in der nahtlosen Konsolidierung erhebliche Potenziale für Effizienz, Risikomanagement und Kostenoptimierung.
Herausforderung: Integration von SAP und Salesforce
Traditionell werden SAP- und Salesforce-Daten mittels komplexer ETL-Prozesse oder Drittanbietertools zusammengeführt. Diese Ansätze bringen jedoch erhebliche Nachteile mit sich: Daten werden redundant gespeichert, die Aktualisierung erfolgt oft mit Verzögerungen, und die Datenhoheit wird erschwert. Zudem sind Governance, Datenschutz und Nachvollziehbarkeit schwer durchzusetzen, wenn Datenkopien in mehreren Systemen entstehen.
Modernes Datenmanagement mit Databricks: Echtzeit, Zero-Copy & Governance
Databricks revolutioniert diesen Ansatz mit einer modernen, KI-gestützten Datenplattform, die SAP und Salesforce in Echtzeit und ohne redundante Kopien zusammenführt.
Dazu werden folgende Komponenten clever kombiniert:
- Lakeflow Connect für Salesforce – ermöglicht die kontinuierliche und inkrementelle Übernahme von CRM-Daten in Databricks, ohne manuelle Eingriffe oder vollständige Datenladungen.
- SAP Business Data Cloud (BDC) Connect – bietet über Delta Sharing einen sicheren, “zero-copy” Zugriff auf kuratierte SAP-Datenprodukte (z.B. das Universal Journal aus SAP S/4HANA), ohne Daten exportieren oder duplizieren zu müssen.
- Unity Catalog – steuert Zugriffsrechte, Governance und Datenherkunft übergreifend und konsistent für alle eingebundenen Quellen.
- Lakeflow Declarative Pipelines – ermöglichen die flexible und skalierbare Integration, Transformation und Anreicherung aller Datenströme in einheitlichen, wiederverwendbaren Pipelines.
Wie funktioniert die SAP- und Salesforce-Integration auf Databricks?
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Verbindung zu Salesforce:
Über Lakeflow Connect werden kontinuierlich relevante Social CRM-Tabellen wie Accounts, Kontakte und Opportunities in Databricks bereitgestellt. Inkrementelle Updates sorgen dafür, dass die Daten immer aktuell bleiben – ohne Batch-Prozesse und Zeitverzug. -
SAP-Daten live nutzen:
Mit dem BDC Connector greift Databricks direkt und in Echtzeit auf entscheidende SAP-S/4HANA-Objekte zu, wie z.B. den Journal Entry Item (SAP CDS View I_JournalEntryItem → ACDOCA), in dem Buchungs- und Lieferantendaten zentralisiert vorliegen. Das vereinfacht die früher übliche, komplexe Zusammenführung vieler SAP-Tabellen (BSEG, BKPF, COEP etc.). -
Governance und Konsolidierung:
Unity Catalog regelt Datennutzung, Zugriff und Auditierbarkeit zentral. Die Datenbestände aus beiden Welten werden nach dem Medaillon-Prinzip (Bronze/Silver/Gold Layer) aufbereitet: Rohdaten, qualitätsgesicherte Geschäftsobjekte und am Ende hochverdichtete Analyseschichten. -
Datenmodelling und Veredelung:
Eine typische Verbindung beider Systeme gelingt über ein gemeinsames Schlüsselfeld – etwa die SAP-Lieferanten-ID, die auch in Salesforce als Referenz existiert. Lakeflow Pipelines verknüpfen die Daten, reichern sie an und erstellen eine gemeinsame, harmonisierte Sicht („Gold View“) für Reporting und Analytics. -
Analytics und KI-gestützte Insights:
Dank der lückenlosen Integration stehen alle Daten sofort für Dashboards, Self-Service BI und moderne Conversational Analytics (z.B. Genie) bereit. Anwender können interaktiv Lieferantenperformance, Zahlungen, offene Posten oder Ausgaben nach Region analysieren – und Fragen per natürlicher Sprache stellen, ohne auf Expertenteams oder Datenexports angewiesen zu sein.
Mehrwert für Unternehmen: Operative Exzellenz und strategische Insights
Die Zusammenführung von SAP- und Salesforce-Daten in einer einzigen, leistungsfähigen Plattform eröffnet zahlreiche Chancen:
- Prozesseffizienz: Keine manuelle Datenharmonisierung, keine Medienbrüche, weniger Fehlerquellen und doppelte Erfassungen. Das erhöht die Verarbeitungsgeschwindigkeit in Finance, Einkauf und Supply Chain deutlich.
- Bessere Steuerung und Risikomanagement: Ein konsolidierter Blick auf Lieferantenbeziehungen, Zahlungsströme und Performance ermöglicht eine fundierte Lieferantenbewertung und engere Überwachung von Risiken – inklusive Frühwarnsystemen, z.B. bei Liquiditätsrisiken.
- Kostensenkung: Durch die Optimierung von Zahlungszielen, das Bündeln von Verhandlungsvolumen und die Vermeidung von Doppelzahlungen werden direkte Einsparpotenziale realisiert.
- Data Governance & Sicherheit: Einheitliche Authentifizierung, Berechtigungsverwaltung, Transparenz und Compliance durch den unternehmensweiten Unity Catalog.
- Innovationsfähigkeit durch Industrial AI: Die Live-Datenbasis dient nicht nur klassischen Reports, sondern auch fortschrittlichen AI-Modellen – zum Beispiel zur Prognose der Lieferfähigkeit oder Optimierung des Working Capital Managements.
Fazit: Vom Datensilo zur Echtzeit-Intelligenz
Mit Databricks wandelt sich SAP von einem abgeschotteten System der Aufzeichnung zu einer modernen, KI-getriebenen „System of Intelligence“, die sämtliche Lieferanten- und Finanzprozesse in Echtzeit unterstützt. Teams profitieren nicht nur von einer schnelleren, umfassenden Sicht auf ihre Daten, sondern heben das Lieferantenmanagement und die Wertschöpfungskette auf ein neues Niveau – ohne Integrationsaufwand und mit maximaler Governance.
Die Zukunft gehört Unternehmen, die Daten kanalübergreifend nutzen, Silos auflösen und nahtlose, adaptive Prozesse etablieren. Die ailio GmbH unterstützt Sie gerne dabei, diese Potenziale auf Azure und Databricks zu realisieren – sprechen Sie uns an!